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Produktionen & Publikationen

18. November 2014
Keine Musik des Gesprächs, sondern der Behauptung

Reto Bieri widmet sich der Komponistin Galina Ustvolskaya

Dmitri Schostakowitsch bezeichnete seine Schülerin Galina Ustvolskaya einmal als sein "musikalisches Gewissen" und zeigte sich überzeugt, dass ihre Musik "weltweite Anerkennung finden wird bei allen, die der Wahrhaftigkeit der Musik entscheidende Bedeutung zumessen." Dennoch war die Ausnahmekomponistin lange Zeit quasi unbekannt. Schließlich beharrte sie nicht nur auf die radikale Unabhängigkeit ihres Schaffens, was in der damaligen Sowjetunion schon per se Schwierigkeiten heraufbeschwor. Auch ihr Anspruch, Musik zu schaffen, die "zwar nicht religiös, aber spirituell" (KlassikAkzente) sei, sowie ihre ungewöhnlichen Kompositionslinien entsprachen nicht gerade der Linie, die von der KPdSU verfolgt wurde.

Nun widmet sich Reto Bieri, Professor für Kammermusik an der Hochschule für Musik Würzburg und Intendant des "Davos Festivals" gemeinsam mit der unvergleichlichen Patricia Kopatchinskaja (Violine) und Markus Hinterhäuser, dem designierten Direktor der Salzburger Festspiele (Klavier) dem Werk von Galina Ustwolskaja. Eingespielt wurde u.a. das Trio für Klarinette, Violine und Klavier, das die Komponistin keineswegs als Kammermusik bezeichnet sehen wollte: Dies sei keine Musik des Gesprächs, sondern der Behauptung!

Die neue CD Öffnet externen Link in neuem FensterGalina Ustvolskaya erschien jüngst in der ECM New Series.