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Studio für experimentelle elektronische Musik (eem-Studio)

Jürgen Schmitt im eem-Studio

Mit dem Beginn des WS 2004 nahm in der Hochschule das Studio für experimentelle elektronische Musik (eem) den Lehrbetrieb auf. Damit wird an der Hochschule eine Tradition der Produktion elektronischer Musik, die zum Beginn der 70er Jahre durch Prof. Bertold Hummel (Komposition) und Prof. Werner Berndsen (Tonstudio) begründet wurde, mit modernsten technischen Mitteln fortgesetzt. Da die Hochschule ein qualitativ hochwertiges klassisches Tonstudio besitzt, das von Diplom-Tonmeister Jürgen Rummel geleitet wird, stellt das eem die ideale Ergänzung dar. Der auf Produktion ausgerichtete Schwerpunkt des klassischen Studios wird durch das eem im Bereich der ästhetisch-akustischen Forschung erweitert.

Zielsetzungen der Forschungstätigkeit:

  • Forschung im Sinne der Möglichkeiten veränderter ästhetischer Wahrnehmung, durch die natürliche instrumentale Begrenzungen der Klangerzeugung aufgebrochen werden, ausgelöst durch die Techniken der Maschinen (Computer, Synthesizer usw.) und der entsprechenden Software.
  • Forschung im Sinne einer neuen Klangästhetik in der Erfindung von Klängen, die mit akustischen Instrumenten bisher unmöglich war.
  • Forschung im Interaktionsfeld von klassischen Musikern, die, unter Nutzung ihrer manuellen Spielfertigkeiten, spezielle MIDI-Eingabegeräte ansteuern.
  • Forschung im Bereich veränderter Kompositionstechniken durch softwaregesteuerte algorithmische Prozesse, die Strukturen auf mathematisch-physikalischer Basis im Bereich der Tonhöhen, der Klangfarben und des Rhythmus erzeugen.
  • Forschung im Bereich der Live-Konzertformen durch Einbeziehung der o.g. Interaktionen zwischen Interpret und Computer auf der Bühne, die zu neuartigen formalen Prozessen innerhalb der Komposition führen.
  • Forschung im Bereich der Mehrkanaltechnik in der Raumbeschallung. Hierfür ist das eem für 8 Kanäle in der Produktions- und Wiedergabeseite ausgebaut.
  • Forschung auf dem Feld der Klanganalyse traditioneller Klänge, die musikalischen oder natürlichen Ursprungs sein können. Damit wird ein intensiveres Verständnis der inneren Strukturen des Klanges angestrebt, das die nachfolgende synthetische Erzeugung von neuen Klängen steuert und inspiriert.
  • Forschung im Bereich der mikrotonalen Stimmungen.

Im eem werden Studenten der Kompositionsklasse und Studenten des Hauptfaches Musiktheorie unterrichtet. Darüber hinaus ist es auch für interessierte Studenten anderer Fachbereiche der Hochschule und Hochschul-Dozenten nutzbar.

Die ästhetisch-inhaltliche Planung, die technische Konzeption und die Lehre wird durch die Dozenten Hermann Beyer (Fachgruppe Komposition/Musiktheorie) und Jürgen Schmitt (LB Komposition), die seit Jahrzehnten mit Techniken der computergestützten Komposition vertraut sind, betreut.

Die Ausstattung des eem im Bereich der Hardware und Software ist auf einem hohen zeitgemäßen Level angesiedelt. Zum Einsatz kommen Softwarepakete deutscher, amerikanischer und französischer Forschungszentren, z.Bsp.: Logic Pro, Max/MSP, OpenMusic, Symbolic Composer, CSound, Vienna Library, SuperCollider, Melodyne, Softwarepaket Native Instruments Komplete, Microtuner, Scala, Finale u.a..
Die Software ist auf einem AppleMacintosh G5 Dual Processor installiert, der auch einen Scanner und Drucker ansteuert. Eine Sound Computation Engine 'Capybara 320', die durch die Software KYMA angesteuert wird, ergänzt die Audio-Hardware. Die Wiedergabe erfolgt über acht Genelec-Boxen und einen Subwoofer. Als MIDI-Controller werden verwendet: ein Continuum Fingerboard (10-stimmiger MIDI-Controller mit unbegrenzter Tonhöhenerzeugung auch im mikrotonalen Bereich), ein LMK3-Masterkeyboard, diverse drucksensitive, lichtsensitive, ultraschallsensitive MIDI-Controller des Ircam, ein 'Motor Mix'-Fader-Controller, ein Graphic Tablet, eine MIDI-Violine und eine Ztar-MIDI-Gitarre. Zusätzlich stehen ein Yamaha-MIDI-Klavier und ein MIDI-Flügel zur Verfügung.

Das eem ist hausintern und extern über einen AppleServer vernetzt. So können auch über Ethernet mehrere AppleMacintosh-Rechner zu Computer-Clustern vereinigt werden.

Das eem-Studio befindet sich in Raum 214 im Gebäude Bibrastraße.