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Tagesberichte der Exkursionsteilnehmer

(Koordination/Redaktion Elena Beer und Franziska Bauer)

Tagesbericht Montag (1. Dezember 2008) Maximilian Mauder

Nach ca. sechs Stunden Zugfahrt im ICE brachen sieben Würzburger Schulmusik-Studenten vom Wiener Westbahnhof auf in Richtung Westend-City-Hostel, der hellblau-weiß gestalteten Unterkunft für die nächsten Tage. Dort trafen sie auf den Rest der Exkursionsteilnehmer, die mit dem Auto bzw. einem anderen Zug angereist waren. Der erste Programmpunkt des Tages bestand in einem Treffen mit den momentan in Wien gastierenden Würzburgerinnen Steffi Bär und Regina Weigl in einem Wiener Kaffeehaus, um dort gemeinsam den aktuellen Ablauf der Exkursion kurz zu besprechen. Die beiden absolvieren zu diesem Zeitpunkt ein Auslandssemester an der Wiener Universität und sollten in der kommenden Woche die Exkursionsteilnehmer auf einigen ihrer Veranstaltungen begleiten, als auch Insider-Einblicke in das Schulmusik-Studium in Wien ermöglichen und als Vermittler von Kontakten zu Wiener Studenten und Dozenten fungieren. Natürlich fand bei diesem Cafébesuch auch die eine oder andere Sachertorte Gefallen bei den Exkursionauten.

Nach einer belebenden Tasse Kaffee (oder heißer Schokolade) folgte unter ortskundiger Führung von Professors Gerhard Sammer ein kurzer Spaziergang um das Areal der Hofburg, vorbei an der Spanischen Reitschule, zum nächsten Programmpunkt des Tages: Eine Führung durch die Vielfalt der Sammlung Alter Musikinstrumente des Nationalmuseums am Heldenplatz. Jedes der Ausstellungsstücke besitzt eine eigene Geschichte, die ersichtlich wird durch den Zusammenhang von Alter Musik und den alten Musikinstrumente für das Kunstverständnis der damaligen Zeit. Bei deren Betrachtung ergaben sich zahlreiche Ansatzpunkte für die Vermittlung von Musik aus dem Mittelalter im teils fächerübergreifenden Musikunterricht und die Diskussion wurde gekonnt von unserem Ausstellungsführer moderiert. Leider versagten uns die Öffnungszeiten die Untersuchung aller Ausstellungsstücke, gerne hätten wir die spannende Tour zu Ende geführt.

Nach so viel Information möchte natürlich der Magen auch etwas gefüllt werden, viel Zeit zur Bewältigung der üppigen Schnitzel-Portionen bis zum Beginn der geplanten Konzertbesuche am Abend blieb allerdings nicht. Während eine Gruppe nach anfänglichen Schwierigkeiten doch noch zur rechten Zeit den rechten Weg in den Jazzclub Porgy & Bess zum Cedar Walton Quartett fand, befand sich das Beethoven-Konzert der Wiener Philharmoniker im Musikverein bereits ausverkauft in der zweiten Hälfte. Trotz geschickter Verhandlungen des Exkursionsleiters Prof. Sammer mit dem Kassenpersonal gelang es der zweiten Gruppe von Studenten nicht, wenigstens den Rest des Konzertes auf den verfügbaren, jedoch vollen Stehplätzen mitzuerleben.

Schließlich fand sich noch ein Großteil der Exkursionstruppe zu einem Bier im Irish-Pub zusammen, bevor am Abend voller Erwartung der kommenden Tage das Licht im Hostel gelöscht wurde.

Tagesbericht Dienstag (2. Dezember 2008) von Martin Röder

Nach einem kurzen Frühstück machten wir uns mit der U-Bahn, mit der Tram und anschließend per Pedes, an der deutschen Botschaft vorbei, in Richtung des musikpädagogischen Institutes der Wiener Musikuniversität, um dort zwei Musikpädagogik-Seminare zu besuchen, die uns Einblicke in die Lehrpraxis in Wien vermitteln sollten. Kurz nach neun besuchten wir das erste Seminar beim Institutsleiter Herrn Prof. Dr. Franz Niermann, der uns zu aller Überraschung nicht mit Wiener Schmäh, sondern mit Hannoveraner Hochdeutsch begrüßte. Im Rahmen des Seminars mit dem Thema „Konzepte der Musikvermittlung“ durften wir ein Referat mithören bzw. mitmachen, bei dem ein fiktiver Expertenkreis aus verschiedenen wissenschaftlichen Fachrichtungen (verkörpert durch Studenten) die Musikpädagogik jeweils aus seinem Metier beleuchtete. Es wurde zur aktiven Teilnahme angeregt, worauf wir natürlich gerne eingingen und am Ende eine sehr gelungene, informative und interaktive Diskussion zustande kam. Auch in dem eher lockeren Umfeld einer Diskussion ließen sich vielfältige Blickwinkel auf und viele Facetten in der Musikpädagogik als Ganzes erkennen, die vorher sicherlich nicht so präsent waren. Das nächste Referat zum Thema „Wahrnehmung“ hörten wir im nachfolgenden Seminar „Pädagogische Themenfelder des schulischen Musikunterrichts“ unter der Leitung von Frau Dr. Brigitte Lion. Die Referenten verstanden es, die eher trockenen Bereiche des Themenfeldes anregend miteinander zu verknüpfen und so war auch dieses Referat voll mit Ideen, die zum Nachdenken bzw. Nachahmen animieren. Nach dem Programmpunkt „Mittagessen mit Wiener Schulmusikstudierenden“ gab es ein ausführliches Gespräch mit Prof. Niermann, der uns auf interessante Art und Weise einiges zu erzählen wusste, sowohl über seinen eigenen Werdegang, als auch über die Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien, im Besonderen natürlich über das Studium der Schulmusik. Es war festzustellen, dass die Unterschiede zwischen Deutschland und Österreich in diesem Bereich gering sind, als erwartet. Im Anschluss genossen wir eine Führung durch die Österreichische Nationalbibliothek, durch den Leiter der Musiksammlung, Dr. Thomas Leibnitz. Höhepunkt war die Sichtung verschiedener Originalhandschriften aus dem Besitz der Bibliothek, u. a. ein Klavierunterrichtsheft von W.A. Mozart und die Originalpartitur von A. Bruckners 7. Sinfonie. Nach einer kleinen Pause besuchten wir Abends schließlich noch spontan Puccinis „Tosca“ und durften die eindrucksvolle Wiener Staatsoper von innen betrachten, sowie eine erwartet hervorragende Vorführung erleben, die den auf Dauer etwas ungemütlichen Stehplätzen durchaus zu trotzen vermochte. Nach einem Abstecher ins Wiener Nachtleben sanken wir schließlich erschöpft, aber voller Informationen und Anregungen in unsere Betten.

Tagesbericht Mittwoch (3. Dezember 2008) von Maria Weis

Am Mittwoch erwartete uns ein buntes Programm aus musikpädagogischen Informationen, Seminaren und hochkarätiger Musik.

Um neun Uhr waren wir mit Frau Dr. Christin Gürtelschmied verabredet. Sie ist die Fachinspektorin für Musik und hat maßgeblich am österreichischen Lehrplan für Musik mitgearbeitet. Sie erklärte uns den Aufbau des Lehrplans und seine Besonderheiten im Fach Musik. Wir waren alle sehr überrascht darüber, dass dieser sehr offen und auf eine enge Zusammenarbeit mit örtlichen musikalischen Einrichtungen ausgelegt ist.

Nachdem Frau Gürtelschmied unsere zahlreichen Fragen beantwortet hatte, machten wir uns auf den Weg zur Musikhochschule. Hier nahmen wir an dem Seminar “Die Geschichte des Klassenmusizierens” teil. Es galt sich einen Überblick über das Seminarthema zu verschaffen, das der Dozent Thade Buchborn in Form von einzelnen Stationen vorbereitet hatte. Die Fragen dazu bearbeiteten wir in kleinen Gruppen. So kamen wir auch mit österreichischen Schulmusikern ins Gespräch.

Nach einem kurzen Mittagessen brachen wir zum Wiener Musikverein auf. Dort wartete bereits unser Exkursionsleiter auf uns, der es uns ermöglichte, eine Orchesterprobe der Wiener Symphoniker anzuhören. Auf dem Programm stand das Konzert für Klavier und Orchester Nr. 1 d-Moll von Johannes Brahms mit der weltberühmten Pianistin Hélène Grimaud. Von dieser Probe waren wir sehr angetan. Dies lag zum einen an der ausgezeichneten Solistin, zum anderen war es für uns sehr interessant zu sehen, wie ein professionelles Orchester probt und nicht zuletzt haben wir einfach die Musik genossen.

Nach diesem unvergesslichen Ereignis mussten wir uns erstmal stärken: Am Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Schönbrunn probierten wir unterschiedliche Glühweine aus und mussten schließlich zugeben, dass der österreichische Glühwein auch nicht schlecht ist.

Natürlich war damit das Programm noch lange nicht abgeschlossen, auch wenn es zu diesem Zeitpunkt bereits 20:30 Uhr war. In bester Stimmung machten wir uns nun auf den Weg zum Haus der Musik. Dieses Haus bietet unterschiedliche Zugänge zur Musik: Der Besucher lernt über visuelle, auditive und kinästhetische Vermittlungsebenen, unter Zuhilfenahme modernster technischer Einrichtung. So konnten wir z. B. virtuell das Orchester der Wiener Philharmoniker dirigieren, was sich als Herausforderung entpuppte, da das Orchester bei falschem Dirigat lautstark den Aufstand probte. Außergewöhnlich war auch die „Klanggalerie“, dort erlebten wir Klänge, die nur selten bewusst wahrgenommen werden. Dies waren Klänge aus der Makrosphäre, der Mikrosphäre, aus dem Bereich des menschlichen Körpers und seiner Umwelt. So hörten wir z. B. zu welchen erstaunlichen, klanglichen Ereignissen „Kratzen“, „Schnarchen“ oder „Niesen“ führen können, oder wie es sich in der Barain Jaram Wüste in China anhört.

Am Ende dieses ereignisreichen Tages begaben wir uns in freudiger Erwartung auf den nächsten Tag zurück zu unserer Unterkunft.

Tagesbericht Donnerstag (4. Dezember 2008) von David Gehrlich, Anna-Elisabeth Neubacher

Nachdem Johannes und Marco bereits am Mittwoch einen Schulbesuch in Tulln unternommen hatten, war heute der Rest der Truppe an der Reihe den Unterricht in zwei anderen Wiener Gymnasien mitzuerleben. Elena, Franzi, Martin und Max machten sich um halb acht auf den Weg zum Schulschiff. Dieses Gymnasium liegt tatsächlich mit Klassenzimmern, Turnhallen und allem was sonst noch dazu gehört als Schiff auf der Donau.

Pünktlich um zehn Uhr standen Anna, Maria, Richard und ich vor dem Gymnasium in der Ettenreichgasse und waren gespannt, was uns erwarten würde.

Nach einer kurzen Orientierungszeit fanden wir dann gleich den Musiksaal und wurden von der Lehrerin Barbara Haller herzlich empfangen. Uns vieren fiel sofort die überdurchschnittliche Ausstattung des Musiksaals auf: 2 Flügel, 4 Keyboards, diverse Perkussions-Instrumente, Computer mit Drucker, komplette Sound- und sogar Lichtanlage und vieles andere mehr. Wir erlebten eine sehr spannende Unterrichtsstunde über Johann Strauß Sohn und die Operette. Sowohl die offene Unterrichtsform mit Kugellagerkreis-Methode als auch der allgemeine Lehrstil der Lehrerin war für uns sehr lehrreich, nachahmenswert und motivierend.

Im Anschluss an Frau Haller’s Stunde schloss sich der Lehrversuch einer Wiener Studentin an. Dieser erinnerte sehr an die eigenen Unterrichtsversuche und die Schwierigkeiten, die dabei zu bewältigen sind. In einer anschließenden Evaluationsrunde mit der Studentin und Frau Haller konnten wir unserer Wiener Kommilitonin einiges an positivem und konstruktivem Feedback mitteilen.

Da um 14 Uhr der nächste Programmpunkt anstand und wir vorher wenigstens eine Kleinigkeit Essen wollten, verabschiedeten wir uns von Frau Haller und machten uns auf den Weg in die Innenstadt. Dort angekommen, trennten wir uns von der Studentin und gingen –  nach einer kurzen Stärkung – zur österreichischen Nationalbibliothek wo wir uns wieder mit allen anderen Exkursionauten und Herrn Sammer trafen.

Als nächstes wurden wir von einer charmanten Österreicherin in den Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek geführt, der zu den schönsten historischen Bibliotheken der Welt zählt. Er ist 77,7 m lang, 14,2 m breit und 19,6 m hoch und beherbergt in seinen Regalen 200.000 Bücher von 1501 bis 1850. Unsere Führerin gab uns viele weitere Informationen über die ganze Bibliothek, den Prunksaal und vor allem die Haydn-Ausstellung, die anlässlich des Haydn-Jahres installiert wurde. Neben vielen anderen Ausstellungsstücken und diversen erklärenden Schautafeln, konnten wir die Originalhandschrift von Haydn’s Kaiserhymne betrachten. Die historische Entwicklung von der Kaiserhymne zur deutschen Nationalhymne war der inhaltliche Schwerpunkt der Ausstellung und daher für uns sehr interessant. Unsere Führerin gab uns auch gerne Antworten auf alle unsere Fragen und so war auch dieser letzte offizielle Programmpunkt vor der Abschlussbesprechung sehr bereichernd. Die Abschlussbesprechung fand dann bei einer Wiener Melange und optional mit einem Stück Torte im Café Central statt. Jeder Kursteilnehmer äußerte sich zu inhaltlichen, organisatorischen und planerischen Aspekten der Exkursion. So konnte jeder ein positives Feedback geben und auch Verbesserungsvorschläge für weitere Exkursionen anbringen. Diese Abschlussrunde bildete den offiziellen Abschluss der aus meiner Sicht sehr gelungenen Exkursion. Wir verabschiedeten Herrn Sammer, Marco und Johannes, die nicht erst am Freitag mit der Bahn zurück nach Würzburg fahren konnten und teilten uns in zwei Gruppen auf, die noch ein bisschen die Stadt unsicher machen wollten und trafen uns um 20 Uhr in der Studentenkneipe „Tunnel“ zum Abendessen, Trinken, Unterhalten, Witze erzählen usw.

Um 23:30 Uhr spurteten Anna, Maria und David in das allerletzte Konzert der Wien-Exkursion: Das Mozart-Requiem im Wiener Dom zur Todesstunde Mozarts. Da wir leider nur Karten der letzten Kategorie erworben haben und daher ziemlich weit von Chor und Orchester entfernt saßen und weil wir von den Anstrengungen der letzten Tage doch etwas erschöpft waren , wurde das Konzert zu einer herrlichen kleinen Nachtmusik bzw. zu einer schönen, leisen Schlafmusik J. Nichts desto trotz hat es sich für uns gelohnt. Nach einer Taxifahrt kamen wir zeitgleich mit den anderen so gegen 2:00 Uhr im Hostel an gingen ab ins Bett.

Als nächstes wurden wir von einer charmanten Österreicherin durch den Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek geführt, der zu den schönsten historischen Bibliotheken der Welt zählt. Er ist 77,7 m lang, 14,2 m breit und 19,6 m hoch und beherbergt in seinen Regalen 200.000 Bücher von 1501 bis 1850. Unsere fachkundige Führerin gab uns viele weitere Informationen über die ganze Bibliothek, den Prunksaal und vor allem die Haydn-Ausstellung, die anlässlich des Haydn-Jahres installiert wurde. Der inhaltliche Schwerpunkt dieser Ausstellung war die historische Entwicklung von der Kaiserhymne zur deutschen Nationalhymne und war daher für uns sehr interessant. Neben vielen anderen Ausstellungsstücken und diversen erklärenden Schautafeln, konnten wir die Originalhandschrift von Haydn’s Kaiserhymne betrachten. Unsere Fragen wurden gerne und ausführlich beantwortet und so war auch dieser letzte offizielle Programmpunkt vor der

Abschlussbesprechung sehr bereichernd. Die Abschlussbesprechung fand danach bei einer Wiener Mélange und optional mit einem Stück Torte im Café Central statt. Jeder Kursteilnehmer äußerte sich zu inhaltlichen, organisatorischen und planerischen Aspekten der Exkursion. So konnte jeder ein positives Feedback geben und auch Verbesserungsvorschläge für weitere Exkursionen anbringen. Diese Abschlussrunde bildete den letzten Programmpunkt der Exkursion. Im Anschluss verabschiedeten wir Herrn Sammer, sowie Marco und Johannes, die nicht mit den anderen am Freitag mit der Bahn zurück nach Würzburg fuhren. Der Rest der Exkursionsteilnehmer, sowie Steffi und Regina trafen sich um 20 Uhr in der Studentenkneipe „Tunnel“ zum Abendessen, Trinken, Unterhalten, Witze erzählen usw.

Um 23:30 Uhr spurteten Anna, Maria und David in das allerletzte Konzert der Wien-Exkursion: Das Mozart-Requiem im Wiener Dom zur Todesstunde Mozarts. Da wir leider nur Karten der letzten Kategorie erworben haben und daher ziemlich weit von Chor und Orchester entfernt saßen und weil wir von den Anstrengungen der letzten Tage doch etwas erschöpft waren, wurde das Konzert zu einer herrlichen kleinen Nachtmusik bzw. zu einer schönen, leisen Schlafmusik J. Nichts desto trotz hat es sich für uns gelohnt. Danach ging es für alle ab ins Bett, um am nächsten Tag gestärkt die Heimreise anzutreten.