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Workshoptage 2010

Schulmusik: Workshoptage 2010
Im Computerraum mit Ulrich Maiss

In diesem Jahr fanden zu Beginn des Sommersemesters, am 14. und 15. April, zum dritten Mal die Workshoptage Schulmusik statt. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse einer umfangreichen Evaluation der letztjährigen Workshoptage wurden inhaltliche und organisatorische Punkte optimiert und schließlich konnte das Organisatorenteam um Anna-Lena Wirsching, Johannes Hornberger und Prof. Gerhard Sammer den Schulmusikstudierenden wieder ein buntes Programm anbieten.

Der Tanzworkshop lag dieses Jahr in den Händen des Tanzprofis Gerhard Egger. Neben Grundschritten und einfachen Figuren gängiger Paar- und Kreistänze erlernten die Studierenden auch alte Tänze. Bei der Gestaltung legte der Workshop-Leiter besonderen Wert darauf, den Studierenden möglichst einfache Wege aufzuzeigen, wie sie die Tänze an ihre künftigen SchülerInnen weitervermitteln können. Sehr positiv aufgenommen wurde das Angebot des Dozenten, auf individuelle Tanzwünsche einzugehen und dementsprechend den Workshop ganz im Sinne der Bedürfnisse der Teilnehmenden zu gestalten.

Mit Prof. Dr. Werner Jank konnte man einen der renommiertesten Musikpädagogen Deutschlands für Vortrag und Workshop über das Konzept des Aufbauenden Musikunterrichts gewinnen. Von seinem Erfahrungsschatz konnten die Studierenden in Theorie und Praxis profitieren. Anhand vieler Übungen und Beispielen konnten die SeminarteilnehmerInnen einen intensiven Einblick in den Bereich des Aufbauens metrischer und rhythmischer Kompetenzen bekommen.

Desweiteren hatten die Studierenden die Chance bei Reinhold Wirsching eine Workshop mit dem Titel „Klang-Körper-Stimme“ zu besuchen. Der Kurs ermöglichte insbesondere elementare rhythmische Erfahrungen durch interaktive Spielformen in der Gruppe. Die Studierenden erlernten Body-Percussion-Bausteine und andere Grundlagen körperbezogenen Musizierens, sowie Lieder verschiedener Kulturen der Welt. Auch dieser Workshop stand in engem Bezug zur Unterrichtspraxis. Wirsching gab den Studierenden Techniken an die Hand, um den SchülerInnen auf einfache Weise Spielräume für rhythmische Koordination zu schaffen.

Den Abschluss des ersten Tages bildete der „After-Workshop“. Beim gemeinsamen Pizzaessen gab es ganz viel Erlebtes auszutauschen. Doch auch in den Kaffee- und Mittagspausen zwischen den einzelnen Workshops fand man sich in der „Caféte“ ein, um sich mit belegten Brötchen, Gebäck und Getränken zu stärken.

Am zweiten Tag hatten die Studierenden die Auswahl zwischen dem Tanzworkshop, sowie den Workshops „Chor aktiv“, „Erlebnisraum Afrika“, „Unterrichtsbausteine für die Schulpraxis 1 und 2“ und „Computer und Musiknotation“.

Markus Detterbeck leitete die Workshops „Chor aktiv“ und „Erlebnisraum Afrika“.

Bei „Chor aktiv“ erlernten die Studierenden kleine Warm-ups und Stimmspiele, die bei jeder Chorprobe den Anfang bilden. Besonders wichtig war Markus Detterbeck die Vermittlung von Spaß und Freude. Anhand unterschiedlicher Chormusik wurden stil-typische Aspekte im Spannungsfeld von Pop, Rock, Ethno aber auch „Klassik“ behandelt. Die Erarbeitung der Songs erleichterten viele Tipps und Tricks, wie zum Beispiel bei der Frage: „Wie setze ich meinen Körper ein, damit das Singen leichter geht?“. Darüber hinaus wurden anhand kürzerer Chorsätze Möglichkeiten der Einbindung von Choreographien aufgezeigt und ausprobiert.

Markus Detterbecks zweiter Workshop stand unter dem Motto „Erlebnisraum Afrika“. Aufgrund seines vierjährigen Auslandsaufenthaltes in Südafrika erhielten die Studierenden einen Einblick in die Musik dieser fremden Kultur. Der Kurs sollte mit schulpraktisch aufbereiteten Arrangements die Musik des schwarzen Kontinents ins Klassenzimmer bringen und den Lehramtsstudierenden als Hilfe dienen, das Interesse der Schüler zu wecken.

Die Leitung des Workshops „Unterrichtsbausteine für die Schulpraxis“ oblag Heidi Speth und Ludwig Schmid. Hierbei wurden Unterrichtssequenzen vorgestellt, die genau so in der Praxis angewendet werden können. Berücksichtigt wurden bei Heidi Speth die Klassenstufen 5 und 8, bei Ludwig Schmid die 7.Jahrgangsstufe. Der Unterrichtsbaustein für die 5. Jahrgangsstufe beschäftigte sich mit der Einführung der drei Begriffe „Metrum“, „Takt“ und „Rhythmus“ und wie diese Begriffe handlungsorientiert umgesetzt werden können. Das Unterrichtsmodell für die 8. Jahrgangsstufe zeigte den zukünftigen LehrerInnen Wege die „Wiener Klassik“ den SchülerInnen altersgerecht näher zu bringen. Ludwig Schmid stellte den Studierenden eine Projektarbeit für die 7. Jahrgangsstufe über das Thema „Barock“ vor. Es wurden Erarbeitungswege, aber auch mögliche Problematiken aufgezeigt.

In einem kleineren Workshop konnten sich die Studierenden bei Ulrich Maiss über Musiknotation am Computer informieren. Sie erhielten eine Einführung in die Begriffe „MIDI & Audio“, sowie Beispiele für die Anwendung von MIDI, das sogenannte „Sequenzing“. Dazu gab es eine vergleichende Einführung in die Programm Finale 2010 und Sibelius 2006 mit anschließender Arbeitsphase mit beiden Programmen.

Wie man sieht, gab es eine große Fülle an Workshops mit vielen unterschiedlichen Themen. Alle zielten auf die Adaption im Musikunterricht und sollten den Studierenden Hilfsmittel für ihren späteren Beruf bereitstellen. Die Workshoptage wurden von allen Teilnehmenden sehr positiv aufgenommen und mehrmals klang die Frage durch: „Warum kann es so was nicht öfters als einmal im Jahr geben?“