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Doktoranden an der Hochschule für Musik Würzburg

v.l.n.r: Alexandra Sauer, Nastasja Gandolfo, Jürgen Seufert, Krystoffer Dreps, Roland Kisker, Johannes Hasselhorn, Elisabeth Heil, Tom Rojo Poller, Johannea Zirngibl, Andrea Trissl, Johannes Hornberger

Doris Bischler

Promotionsthema: Maria Agata Szymanowska (1789-1831): Studien zu Biografie und Werk der polnischen Klaviervirtuosin und Komponistin

Abstract: Die Biografie der polnischen Klaviervirtuosin und Komponistin Maria Agata Szymanowska (1789-1831), geborene Wołowska, verlief für eine Frau im 19. Jahrhundert höchst ungewöhnlich: Nach ihrer Scheidung von ihrem Ehemann Józef Szymanowski im Jahr 1820 bereiste sie (meist in Begleitung ihrer Schwester Kasimira oder ihres Bruders Stanisław) verschiedene europäische Länder und gab zahlreiche öffentliche Konzerte in den Metropolen. Gleichzeitig publizierte sie ihre Kompositionen z.T. mehrfach bei unterschiedlichen Musikverlagen. 1822 wurde sie zur „Ersten Pianistin ihrer Majestäten der Kaiserinnen von Russland, Elisabeth und Maria“ ernannt.

Unter Einbezug zahlreicher neuer Quellen sollen das Leben und das Schaffen der Klaviervirtuosin beleuchtet werden. Die detaillierte Rekonstruktion ihrer Biografie erfolgt aus der Gender-Perspektive, wobei die Möglichkeiten der professionellen Betätigung einer Musikerin als reisende Virtuosin und Komponistin im frühen 19. Jahrhundert besondere Berücksichtigung finden. In den Kontext mit einbezogen ist die Analyse eines Teils ihres Klavierwerks und ihrer Lieder. Hierbei werden u.a. Bezüge und Anknüpfungspunkte zu weiteren Komponisten, wie z. B. Józef Elsner oder John Field, aufgezeigt. Im Anhang sind ein aktuelles Werkverzeichnis und ein Verzeichnis aller aufgefundenen Korrespondenz vorgesehen.

Betreuung: Prof. Dr. Christoph Henzel

Krystoffer Dreps

Promotionsthema: Komposition als Skizze – analytische Studien zu Entwicklungen und Tendenzen des Geplanten im Jazz zwischen 1940 und 1980

Abstract: Die Arbeit setzt sich mit verschiedenen Kompositionstechniken und –ästhetiken in einer von Improvisation geleiteten Musik auseinander. Der Kompositionsbegriff unterscheidet sich im Jazz teilweise erheblich von jenem der E-Musik, von oral tradierten Ideen über skizzenhaft Gezeichnetem bis hin zu sehr genauen Fixierungen reicht die Bandbreite an im Voraus geplantem Material. Der Schwerpunkt der Arbeit liegt dabei auf der musiktheoretischen Analyse dieses Materials. Als Hauptkonzepte lassen sich im Verlaufe der Jazzgeschichte und insbesondere im o.g. Zeitabschnitt vor allem Tonalität/Frei-Tonalität und Head-Arrangement/Formskizzen ausmachen. Bemerkenswert ist insbesondere der „Bruch“ mit der amerikanischen Tradition in Deutschland und Europa zu Beginn der 1960er Jahre, der zu einer eigenständigeren, näher an europäischer Kunstmusik orientierter Ästhetik führte.

Insgesamt versucht die Arbeit eine Geschichte der Kompositionstechnik im Jazz zwischen 1940 und 1980 darzustellen, die zuerst die amerikanischen Ansätze anhand ihrer wichtigsten Komponisten vorstellt und danach die in Deutschland (und Europa) entstehenden Konzepte untersucht und in Beziehung setzt.

Betreuung: Prof. Dr. Christoph Wünsch

Nastasja Gandolfo

Promotionsthema: Die italienische Kantate in Deutschland zwischen 1730 und 1760

Abstract: Die Dissertation hat eine Epoche in der Geschichte der Gattung zum Thema, die sich durch die rege Produktion italienischer Komponisten an den Höfen nördlich der Alpen und die nicht minder intensive Beschäftigung deutscher Komponisten mit der Gattung auf der einen Seite und das nachlassende Interesse daran in Italien selbst auf der anderen Seite auszeichnet.

Es soll zunächst die Präsenz der italienischen Kultur an den Höfen in Wien, München, Berlin und Dresden und die Rolle der italienischen Musik dabei, insbes. der Kantate untersucht werden. Zu fragen ist, welche Bedeutung die Kantate für die Sammler und Mäzene gehabt hat. Hierfür wird vor allem die mittlerweile reichhaltige Sekundärliteratur ausgewertet.

Des Weiteren sollen Texte und Musik der Werke der einschlägigen Komponisten (Antonio Caldara, Francesco B. Conti, Giuseppe Porsile, Georg Christoph Wagenseil, Giovanni B. Ferrandini, Johann David Heinichen, Johann Adolf Hasse und Carl Heinrich Graun) analysiert werden, einerseits um gattungstypische Merkmale zu ermitteln und anderseits um Ähnlichkeiten und Differenzen zwischen den einzelnen Komponisten beschreiben zu können. Schließlich ist zu prüfen, welchen Einfluss der Geschmack der Mäzene auf die Wahl der Texte und die kompositorischen Entscheidungen gehabt hat.

Da die Verbreitung und Überlieferung der Kantaten fast ausschließlich in Form von Handschriften erfolgte, werden drittens die umfangreichsten Musiksammlungen der Epoche ausgewertet, um die Rolle der Kantaten-Handschriften darin näher zu beleuchten: Handelte es sich dabei um museale Gegenstände oder um Aufführungsmaterial? Die Überlieferungsweise der Abschriften gibt hier Hinweise: Während Partituren eher ein Konservierungsinteresse nahelegen, verweist die Überlieferung von Stimmen auf den praktischen Gebrauch hin. Es sind die Sammlungen der Grafen von Schönborn, des Grafen Joseph Franz Ignaz Maria von Seinsheim, der Kurfürstin Maria Anna von Bayern, der Prinzessin Anna Amalia von Preußen und der Herzogin Luise Friederike von Mecklenburg-Schwerin, die hierfür in Betracht kommen.

Im Ganzen zielt das Projekt auf die Verankerung der form- und kompositionsgeschichtlichen Sachverhalte in der musikkulturellen Praxis an den Höfen im deutschsprachigen Raum in der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts.

Betreuung: Prof. Dr. Christoph Henzel

Elisabeth Heil

Promotionsthema: Finalkonzeptionen von Peer Gynt-Vertonungen

Abstract: Das Promotionsprojekt stellt die Schlussgestaltungen folgender Peer Gynt–Kompositionen in den Mittelpunkt der näheren Betrachtungen: »Edvard Griegs: Peer Gynt-Schauspielmusik op. 23 (1875/76)« bzw. seine »Peer Gynt-Suite II op. 55 (1891)«, »Werner Egks Oper: Peer Gynt (1938)«, »Harald Sæverud Schauspielmusik zu: Peer Gynt, op. 28« bzw. die in Analogie zu Grieg nachträglich zusammengestellte »Peer Gynt-Suite II (1948)«, »Duke Ellingtons: „Peer Gynt” – Suite (1960)« sowie »Alfred Schnittkes: Peer Gynt – Ballett | Epilog (1987/1989)«. Diese werden zunächst vor dem Hintergrund der dramatischen Grundlage Ibsens und der auf verschiedenen Ebenen stattfindenden Rezeption analysiert. In der Zusammenschau von Text und Musik ergeben sich für die Peer Gynt – Finali zentrale Motive: Solveig als Verkörperung von Mutter und Geliebter in einer Person, der Schlaf (als Todesmetaphorik), die ein Leben lang treu liebende und wartende Frau (Solveig), das Ankommen eines zuvor umherirrenden suchenden Individuums (Peer) sowie die Entgrenzungs- bzw. Verklärungsebene zweier im Traum oder auch im Tod sich Liebender (Peer und Solveig). Diese Motive werden schließlich in einen größeren Zusammenhang gestellt: In vergleichenden Untersuchungen zu ähnlich gelagerten Schlussgestaltungen, wie bspw. in R. Wagners »Tristan und Isolde« oder R. Strauss’ »Tondichtung Tod und Verklärung« op. 24 etc., gilt es gegebenenfalls Besonderheiten, Gemeinsamkeiten aber auch Unterschiede zu den Finalkonzeptionen von Peer Gynt – Vertonungen herauszustellen.

Betreuung: Prof. Dr. Ariane Jeßulat

Heike Henning

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.heike-henning.de

Heike Henning (geb. 1974 in Stuttgart) studierte nach dem Abitur am Königin-Katharinen-Stift in Stuttgart zunächst Kirchenmusik an der Hochschule für Kirchenmusik in Rottenburg a/N. Anschließend nahm sie an der Pädagogischen Hochschule Weingarten das Studium der Musik und Theologie für das Lehramt an Grund- und Hauptschulen auf, welches sie mit dem Zweiten Staatsexamen und einem Erweiterungsstudium in Medienpädagogik abschloss. Von 2003-2009 arbeitete sie als Grund- und Hauptschullehrerin an der GHWRS Waldburg sowie an der Grundschule Ochsenhausen. Bereits während des Studiums leitete sie zahlreiche Chöre und Ensembles und war als Fortbildnerin im Bereich "Kinderchorleitung" tätig. Zahlreiche Fachbeiträge in musikpädagogischen Zeitschriften sowie in der neuen musikzeitung (nmz) dokumentieren ihre Arbeit.
Sie ist Dozentin für Vokalpädagogik und Kinderchorleitung und gibt bundesweit Kurse. Seit Herbst 2008 ist sie Lehrbeauftragte für Musikpädagogik, Gesang und Musikdidaktik an der Hochschule für Musik Nürnberg sowie an der Universität Erlangen-Nürnberg.

Promotionsthema: Die „Entdeckung des Kindes" in der Chorpädagogik. Pädagogische Professionalisierung in der Chorarbeit mit Kindern seit den 1980er Jahren in der Bundesrepublik Deutschland

Abstract: Das Singen gehört neben dem Hören und der Bewegung zu den universellen musikalischen Aktivitäten des Menschen und ist zugleich sein frühester sprach-musikalischer Ausdruck. Nachdem die Musikpsychologie und angrenzende Wissenschaften das Phänomen des Singens ausführlich untersucht und dessen anthropologische und gesellschaftliche Bedeutung bzw. seine psychischen, identitätsbildenden und soziokulturellen Funktionen herausgestellt haben, gewinnt das Singen seit einigen Jahren auch in Erziehungs- und Bildungsinstitutionen zunehmend an Bedeutung. Parallel dazu rückt die Auseinandersetzung mit dem angeborenen Potenzial des Singens in das Blickfeld der Bildungspolitik und der Musikpädagogik.

Die „Entdeckung des Kindes“ um 1900 – besonders durch die Allgemeine Pädagogik – spiegelt sich in der Musikpädagogik seit den 1970er Jahren in umfassenden didaktischen Überlegungen wider und lässt sich unter dem Stichwort der Zielgruppenorientierung zusammenfassen. Ausgehend von dieser Situation lässt sich die Hypothese aufstellen, dass die „Entdeckung des Kindes“ und die zeitliche damit einhergehende Psychologisierung der Pädagogik als Impuls für die pädagogische Professionalisierung der Chorarbeit mit Kindern gedient hat. Um diese Vermutung zu überprüfen, wird im geplanten Forschungsvorhaben der Professionalisierungsprozess in der Chorarbeit mit Kindern in der Bundesrepublik Deutschland seit den 1980er Jahren rekonstruiert. Es wird untersucht, inwiefern sowohl die wandelnden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen als auch die spezifischen Lernvoraussetzungen von Kindern zu grundlegenden didaktischen Veränderungen in der Chorarbeit mit Kindern geführt haben. Ausgehend von diesen Daten wird eine längst überfällige Systematik der Chorpädagogik mit Kindern entwickelt und zur Diskussion gestellt.

Betreuung: Prof. Dr. Barbara Busch

Johannes Hornberger

Johannes Hornberger absolvierte die Studiengänge Schulmusik (1.Staatsexamen 2010), Diplommusik und Diplommusiklehrer (Abschluss jeweils 2012) an der Hochschule für Musik Würzburg. Aktuell begleitet er ebendort einen Lehrauftrag im Bereich „Praxis und Vermittlung Populärer Musik“ und ist Mitglied im interdisziplinär angelegten Promotionskolleg „Öffnet externen Link in neuem FensterGestalten und Erkennen – Kompetenzbildung in den künstlerischen Fächern und Fachbereichen der Schule“ von Ludwigs-Maximilians-Universität München, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Hanns-Seidel-Stiftung und dem Bayerischem Staatsministerium für Unterricht und Kultus und Staatsinstitut für Schulqualität und Bildungsforschung.

Promotionsthema: Inszenierung ästhetischer Erfahrungsräume im Kontext Populärer Musik in der Schule - Zu Bedeutungsaspekten von Dimensionen ästhetischer Erfahrung unter besonderer Berücksichtigung musikästhetischer Urteilskompetenz

Abstract: Die Arbeit befasst sich mit der Frage nach praxiserprobten Möglichkeiten einer bewussten Inszenierung von Ästhetischen Erfahrungsräumen im Musikunterricht. Dabei steht zur Diskussion, welche besonderen ästhetischen Erfahrungsmöglichkeiten Populäre Musik in der Schule zu eröffnen vermag und inwiefern Theorien zum praktischen Umgang mit derselben gewinnbringend auf ästhetische und kulturerschließende Elemente des schulischen Musikunterrichts angewandt werden können. Hierbei werden qualitative Methoden der erziehungswissenschaftlichen Videographie, Fragebögen und Interviews eingesetzt. Auf Basis der Bündelung und Strukturierung vorhandener Definitionsansätze zu Prozessen ästhetischer Wahrnehmung- und Erfahrung sowie zu emotionalen Einflussfaktoren auf Lernprozesse aus der Musikdidaktik, Psychologie und Philosophie soll zunächst ein Dimensionenmodell ästhetischer Erfahrung entwickelt werden. Die Gegenüberstellung von Modell und den Ergebnissen aus der nachfolgenden empirischen Erhebung im Bereich der Unterrichtsforschung soll Antworten auf Fragen nach der Schlüssigkeit von Theorien zur Inszenierung ästhetischer Erfahrungsräume im Musikunterricht geben.

Im Spannungsfeld von operationalisierbaren Unterrichtszielen und ästhetischer Bildungstheorie legt die Arbeit besonderen Wert auf die Einbeziehung der fachdidaktische Debatte zur Implementierung ästhetischer Bildungsziele in die Curricula allgemeinbildender Schulen, zu der sie einen Beitrag zu liefern sucht.

Betreuung: Prof. Dr. Gerhard Sammer

Roland Kisker

Promotionsthema: Möglichkeiten und Grenzen interkulturellen Lernens, dargestellt an der Musikalischen Früherziehung nach Carl Orff in Südkorea

Betreuung: Prof. Dr. Bernd Clausen

Peter Kluge

Promotionsthema: Orgelsonaten von Felix Mendelssohn Bartholdy. Analyse der Sonate op. 65, Nr. 6 in d-Moll

Betreuung: Prof. Dr. Christoph Wünsch

Tom Rojo Poller

Tom Rojo Poller (geboren 1978 in Osnabrück) studierte Komposition in Detmold (als Jungstudent an der HfM), London (Royal College of Music) und Berlin (UdK, dort Diplom und Meisterschülerabschluss) sowie Germanistik, Philosophie und Musikwissenschaft an der HU und TU Berlin (Magisterarbeit über musikalische Strategien bei Thomas Bernhard).

Seine Kompositionen wurden von Ensembles im In- und Ausland aufgeführt und durch verschiedene Preise und Förderungen ausgezeichnet (u. a. Gasag-Kunstpreis, Stipendien der Villa Aurora, Los Angeles, der Deutschen Akademie Rom und der Cité des Arts Paris). Neben seiner kompositorischen Tätigkeit ist Tom Rojo Poller auch als Dirigent und Pianist tätig.

Promotionsthema: Übertragungen von Sprache in Musik – intermediale Strategien bei Walter Zimmermann, Oliver Schneller, Stephan Winkler und Peter Ablinger

Abstract: Die Arbeit untersucht anhand von vier Beispielen aus der jüngeren und jüngsten Musikgeschichte, wie Aspekte von Sprache in instrumentale Kompositionen übertragen werden, welche sich konventionellen Kategorien wie ‚Vertonung‘ oder ‚Programmmusik‘ entziehen. Denn die vier ausgewählten Werke von Walter Zimmermann, Oliver Schneller, Stephan Winkler und Peter Ablinger stellen Text weder vokalmusikalisch dar, noch wird in ihnen musikalische Struktur durch ein zugrunde liegendes Programm semantisiert; vielmehr gehen verschiedene Aspekte von Sprache in die instrumentalmusikalische Struktur selbst ein. Da auf diese Art je eigene, unkonventionelle Beziehungen von Sprache und Musik definiert werden, ergibt sich die methodische Herausforderung der Untersuchung, traditionell unter dem Begriff ‚Wort-Ton-Verhältnis‘ verhandelte Fragestellungen, die die Beziehung zwischen Sprache und Musik als eine semantische und strukturelle Interaktion eines Textes mit seiner musikalischen Gestaltung beschreiben, in Hinblick auf eine umfassendere Perspektive zu erweitern. Das soll geschehen, indem eine explizit intermediale Position eingenommen wird, welche Wechselbeziehungen zwischen Sprache und Musik sowohl in der kompositorischen Produktion als auch in der Rezeption des fertigen Werkes in den Blick nimmt. Methodischer Ausgangspunkt bleibt dabei immer die genaue analytische Untersuchung des Notentextes bzw. (soweit kein Notentext existiert) der anderweitig fixierten Faktur des betrachteten Werkes. In einem zweiten Schritt werden dann Erkenntnisse aus historischer wie systematischer Musikwissenschaft, Medientheorie sowie Literaturwissenschaft und Linguistik einfließen.

Betreuung: Prof. Dr. Ariane Jeßulat

Alexandra Sauer

Promotionsthema: Die berufliche Situation von MusiklehrerInnen am Gymnasium: Berufsfeld, Belastung/Beanspruchung und Berufszufriedenheit. Eine empirische Untersuchung in Bayern und Nordrhein-Westfalen

Abstract: Der Musiklehrer hat die Aufgabe nicht nur als Klassenlehrer zu fungieren, sondern ist für das gesamte „musikalische Leben“ in der Schule verantwortlich. Dabei sind musiklehrerspezifische Arbeitsaufgaben und Arbeitsbedingungen (objektive Belastungen) verstärkt von den individuellen schulischen Voraussetzungen und Möglichkeiten abhängig, welche der Musiklehrer nur bedingt selbst beeinflussen kann. Einzelne Arbeitsaufgaben und -bedingungen können von Musiklehrern als Belastungen empfunden werden. Die Wirkung dieser Belastungen auf die Lehrperson hängt stark von den individuellen Merkmalen der Person ab.

Das Dissertationsprojekt beschäftigt sich mit der Frage, welche Faktoren wesentlich die Belastung und Berufszufriedenheit von Musiklehrern beeinflussen. Bisher wurden Belastungen und Berufszufriedenheit von MusiklehrerInnen in Studien wenig systematisch und lediglich als Teilaspekte berücksichtigt. Eine systematische Erfassung der Einflussfaktoren, welche die berufliche Belastung und Berufszufriedenheit von Musiklehrern konstituieren ist daher Ziel der quantitativen Fragebogenuntersuchung.

Betreuung: Prof. Dr. Andreas C. Lehmann / Prof. Dr. Gerhard Sammer

Jürgen Seufert

Kantor in Oberhausen; Komponist: Orgelwerke, Klavierwerke, Chorwerke, Lieder, Kammermusik

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.juergenseufert.org

Promotionsthema: Chromatische Stimmführungen, ihre Wirkung auf Tonalität, Harmonik und Modulation in den Orgelwerken Max Regers

Abstract: Mit dem Thema der künftigen Promotion: Chromatische Stimmführungen, ihre Wirkung auf Tonalität, Harmonik und Modulation in den Orgelwerken Max Regers werden folgende Stücke in den musikanalytischen Fokus gestellt: Erste Suite e-moll/op. 16, Erste Sonate fis-moll/op. 33, Choralfantasie “Wie schön leucht’ uns der Morgenstern”/op. 40, Fantasie und Fuge c-moll/op. 29, Introduktion, Variationen und Fuge über ein Originalthema fis-moll/op. 73, Choralvorspiel “Ein feste Burg ist unser Gott”/op. 67, Nr. 6, Choralvorspiel “Christus, der ist mein Leben”/op. 79b, Nr. 9, 12 Stücke/op. 80,Toccata und Fuge in d-moll/op. 129, Nr. 1+2, Präludium und Fuge in h-moll/op. 129, Nr. 8+9, Choralvorspiel “Wer nur den lieben Gott läßt walten”/op. 135a, Nr. 25 und Fantasie und Fuge d-moll, op. 135b.

In der vergleichenden Analyse wird den Orgelwerken Regers Literatur des 18. -20. Jh. gleichen oder verschiedenartigen Genres gegenübergestellt (z. B. “Andante und Variationen B-Dur”/op. 46 (1843) für 2 Klaviere von R. Schumann oder “Fantasie für Orgel” über den Choral ‘Wie schön leucht’t uns der Morgenstern’ von Heinrich Reimann ect.), um so die Besonderheit, das tradiert normative Moment, sowie visionäre Eigenschaften Regerscher Chromatikbehandlung mit ihren Auswirkungen auf die im Titel genannte harmonische Trias zu verdeutlichen. Analytische Studien, die Regers Orgelwerke intern vergleichen, sollen sein sich wandelndes Verständnis oder mögliche Äquivalenzen chromatischer Techniken in Relation zur Werkgenesis darstellen. Harmonielehrwerke von Hugo Riemann, Philipp Rameau, Zsolt Gardonyi, Heinrich Schenker, Paul Hindemith ect. dienen als analytische Grundlagen, um die chromatische Tonsprache Regers unter verschiedenen Gesichtspunkten und Voraussetzungen zu charakterisieren und zu interpretieren.

Betreuer: Prof. Dr. Christoph Wünsch

Andrea Trissl

Promotionsthema: Die Kompetenzentwicklung von Musiklehrern im Studien- und Berufsverlauf

Abstract: Seit der Veröffentlichung nationaler und internationaler vergleichender Schulleistungsuntersuchungen wie PISA und TIMSS, in denen die mangelnden Leistungen der deutschen Schülerinnen und Schüler im internationalen Vergleich festgestellt wurden, gibt es vielfache Reaktionen seitens der Bildungspolitik im Hinblick auf die Verbesserung des deutschen Schulsystems.

Dazu gehört u.a. die von der KMK initiierte Entwicklung überprüfbarer nationaler Bildungsstandards für einzelne Schulfächer. Um diese Qualitätsanforderungen gewährleisten zu können sollen die gewünschten Ergebnisse u.a. durch die Qualitätssicherung der Lehr- und Lernbedingungen erreicht werden. In der musikpädagogischen Forschung stellt sich daher die Frage nach einer qualifizierten Ausbildung der Musiklehrerinnen und Musiklehrer an allgemeinbildenden Schulen. Eng verbunden mit dieser Fragestellung ist die Diskussion um die Relevanz unterschiedlicher Kompetenzen für die berufliche Praxis und deren Entwicklung im Studienverlauf. Für die Kernfächer sowie allgemeine Kompetenzen für Lehrer sind bereits einschlägige Studien bekannt, die diese Thematik aufgreifen (vgl. z.B. TEDS-M, Standards der KMK, A. Frey: Die Kompetenzstrukturen von Studierenden in der ersten und zweiten Phase der Lehrerbildung, 2008).

Die Forschungsarbeit soll zum einen Aufschluss darüber geben, welche Kompetenzen für das Unterrichten des Faches Musik von spezieller Bedeutung sind. Zum anderen fokussiert die Arbeit die Fragestellung nach der Entwicklung dieser Kompetenzen. Mit einer großflächigen quantitativen Befragung mittels Fragebogen, die zu verschiedenen Zeitpunkten des beruflichen Werdegangs angesetzt wird, soll diese erfasst werden. Es werden dabei Musiklehrer am Gymnasium in Bayern befragt, die durch Selbsteinschätzung einen Einblick in den gegenwärtigen Stand der eigenen Kompetenzentwicklung geben sollen.

Betreuung: Prof. Dr. Gerhard Sammer

Johanna Zirngibl

Promotionsthema: Musikunterricht an bayerischen Grundschulen. Eine Studie mit Fokus auf die Lehrerbildung und das vokale Musizieren

Abstract: Das Promotionsprojekt setzt bereits bei den ersten Jahren der schulischen Musikausbildung an, die den Grundstein für die musikalische Bildung bei Kindern legen soll. Jener Musikunterricht kann großen Einfluss auf die spätere musikalische Entwicklung von Kindern nehmen, weshalb diese primären musikalischen Erfahrungen der Kinder von großer Bedeutung sind.

Die Gestaltung des Musikunterrichts an Grundschulen hängt von einigen Faktoren ab, die sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können und eine große Rolle für das musikalische Schaffen der Lehrkraft spielen. So steht das Unterrichten von Musik an der Grundschule in unmittelbarem Zusammenhang mit den vorherrschenden Rahmenbedingungen, aber auch ganz speziell mit der Qualifizierung von Grundschullehrern in Bezug auf Musikerziehung.

Die Forschungsarbeit soll zunächst eine breit gefächerte Bestandsaufnahme der vorherrschenden Situation liefern.

In einer großflächig angelegten Befragung werden verschiedene Bedingungsfelder thematisiert und erfragt, die für einen nachhaltigen Musikunterricht essentiell sind.  Insbesondere soll dabei die Ausbildung der Musik unterrichtenden Lehrkräfte im Fokus des Interesses stehen. Auch auf die vokale Unterrichtspraxis soll ein besonderer Schwerpunkt gelegt werden, da sie im Musikunterricht der Grundschule einen hohen Stellenwert einnimmt. Die gewonnenen Ergebnisse werden dazu genutzt, um aus diesen Erkenntnissen Lösungsansätze für einen nachhaltigen und effektiven Musikunterricht in der Grundschule zu entwickeln, der bei Kindern zur ästhetisch-musikalischen Erfahrung beitragen kann.

Betreuung: Prof. Dr. Gerhard Sammer