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Das Sinfonieorchester der Hochschule für Musik Würzburg im Studienjahr 2013/14

Den Auftakt der „Orchestersaison“ bildeten drei Musikbeiträge für die Feierliche Studienjahrseröffnung am 30. Oktober, die mit der Einführung des neuen Präsidenten, Prof. Dr. Clausen, und der Verabschiedung des scheidenenden ein besonderes Programm forderte. Ilias Kadesha brillierte als Solist beim ersten Satz von Lalos Sinfonie Espagnole. Gleich sechs Trompetensolisten und das Orchester verabschiedeten schwungvoll den Trompetenprofessor Erb mit dem Bugler’s  Holiday von Leroy Anderson. Mit der Polonaise aus Tschaikowskys Eugen Onegin fand die Feier ihren pompösen Ausklang. Das Orchester leitete Prof. Ari Rasilainen.

Eine besondere Herausforderung stellte die Uraufführung der 4. Sinfonie von Werner Wolf Glaser beim Sinfoniekonzert am 12. November dar. Das Werk wurde auf Initiative des Glaserkenners Otfried Richter anlässlich des 100. Geburtstags Glasers aufgeführt. Der in Köln geborene jüdische Komponist und Musikpädagoge war 1943 nach Schweden emigriert. Dort ist sein Oeuvre auch bekannter als in Deutschland, weshalb das Orchester und der Masterstudent Daniel Sánchez Velasco am Dirigentenpult vorher nicht wussten, welche rhythmischen und klanglichen Anforderung diese Sinfonie an sie stellen würde.  „Triangel-Geläut, das Knirschen dissonant geschichteter Klangblöcke und die harte Kleine Trommel setzen akustische Tageslicht-Spots, Saxophon, Kontrafagott, Tuba und Perkussion individuelle Akzente“, wie die Kritikerin Katia Tschirwitz urteilte. Höhepunkt des ersten Satzes war außerdem die durchdachte und differenzierte Interpretation des exponierten Klaviersolos durch Andrea Capecci.  Nach der expressiven Moderne bildete Rimski-Korsakows Scheherazade, bei dem die Violinistin Yasuka Morizono mit ihren Soli bezauberte, einen beruhigenden, romantisch-üppigen Kontrast. Diese Sinfonische Dichtung in Form einer Orchestersuite war für das Hochschulorchester durchaus „didaktisch lohnend“, da sie mit einer Fülle von weiteren Solostellen vielen Studierenden die Möglichkeit bot, sich hiermit unter Aufführungsbedingungen auf Probespiele vorzubereiten: Piccoloflöte, Oboe, Klarinette, Fagott, Trompete, Posaune und Kleine Trommel.

Jedes Wintersemester spielt das Hochschulorchester bei einer Opernproduktion: im Wechsel ein Jahr in kleiner Besetzung, ein Jahr in großer Besetzung. Im Februar erforderte Das schlaue Füchslein von Leoš Janáček eine große Besetzung mit Harfe, Celesta und relativ viel Schlagzeug. Bei jeder der sechs Aufführungen saßen deshalb 48 Instrumentalisten im Orchestergraben, insgesamt 72 Orchestermitglieder und fünf Aushilfen waren beteiligt. Den Part der Konzertmeisterin bzw. Solovioline bei dieser anspruchsvollen Oper übernahmen alternierend Antonia-Sophie Pechstaedt und Katharina Strobel.

Am 12. Februar wirkte das Hochschulorchester darüberhinaus an einer gelungenen Aufführung von Brahms Schicksalslied und Deutschem Requiem, mit dem Kammerchor der Hochschule und den Absolventen Dorothea Keller und Wilhelm Schmidts am Dirigentenpult, mit.

An der Würzburger Musikhochschule finden seit dem Studienjahr 2009/10 keine wöchentlichen Repertoireproben des Hochschulorchesters mehr statt. Dagegen konnten mit einem zweitägigen Orchesterworkshop Ende April die Studierenden der Orchesterinstrumente weiteres Repertoire von Sibelius, Dvořak, Beethoven, Brahms und Puccini kennenlernen.

Ein Kooperationsprojekt ermöglichte 22 Studierenden, die 10. Sinfonie von Schostakowitsch und eine Auftragskomposition von Yasutaki Inamori mit dem Philharmonischen Orchester Würzburg und dem Gastdirigenten Marc Tardue beim Sinfoniekonzert „Echoes“ am 9. Mai aufzuführen.

Für das Sinfoniekonzert am 22. Mai wählte der Masterabsolvent Peter Leipold ein expressives und mitreißendes Programm: Schostakowitschs 5. Sinfonie und Lutosławskis Konzert für Violincello und Orchester  mit Prof. Orfeo Mandozzi als ausdrucksstarken und souveränen Solisten.

 

Das Sinfonieorchester der Hochschule ist kein festes Ensemble. Die Zusammensetzung ändert sich von Projekt zu Projekt. Studienanfänger kommen neu hinzu, Absolventen verlassen das Orchester. Als Konzertmeister, Stimmführer und Solisten können sich deshalb auch immer wieder andere Studierende ausprobieren und bewähren. Da im Wintersemester 2013/14 mit drei umfangreicheren Projekten die zeitliche Belastung groß gewesen wäre, spielten die meisten Studierenden auch nicht bei jedem Projekt mit. Auch in diesem Studienjahr waren nicht alle Stimmgruppen für eine stimmige Besetzung in ausreichender Stärke vertreten, z. B. Bratschen, so dass in diesen Fällen Aushilfen, z. B. Studierende anderer Musikhochschulen oder Alumni, engagiert wurden.